Seit April koordiniert Ivanka Riedl bei der Caritas die Freiwilligendienste und ihr Einsatz stellt sie vor eine nie dagewesene Herausforderung: Es gibt in diesem Schuljahr in Bayern kaum Abiturientinnen und Abiturienten, und zwar wegen der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Ein kleiner Abiturjahrgang bedeutet auch weniger Bewerberinnen und Bewerber für ein 𝗳𝗿𝗲𝗶𝘄𝗶𝗹𝗹𝗶𝗴𝗲𝘀 𝘀𝗼𝘇𝗶𝗮𝗹𝗲𝘀 𝗝𝗮𝗵𝗿 (𝗙𝗦𝗝).
Ein soziales Jahr nach der Schule lohnt sich. „Die jungen Menschen wachsen an den neuen Erfahrungen“, sagt Riedl. „Das stärkt und prägt ihren Charakter.“
Die Schulabsolventen haben ein Jahr Zeit, sich zu orientieren, ohne sich auf einen Beruf festzulegen. Auch junge Menschen, die später nicht in einem sozialen Beruf arbeiten wollen, profitieren, ist Riedl überzeugt. Denn egal, ob sie mal in der Wirtschaft, in der Wissenschaft oder in der Industrie arbeiten: „Ein guter Umgang mit Menschen zählt an jedem Arbeitsplatz“, sagt Riedl.
Die Caritas bietet zahlreiche Einsatzorte für ein FSJ: von der Mitarbeit in der Alten- oder Krankenpflege über den Einsatz in der Kinder- und Jugendhilfe bis hin zur Arbeit mit Menschen mit Handicap. Das verbindende Element bringt Riedl auf den Punkt: „Die Schulabsolventinnen und Schulabsolventen wälzen keine Bücher mehr, sondern sind unmittelbar gefragt, ihre Talente einzubringen.“
Die Freiwilligen werden in den zwölf Monaten auch professionell begleitet. Ivanka Riedl fungiert als Ansprechpartnerin und fünfmal im Jahr gibt es ein begleitendes Seminar. „Dort kommen die Freiwilligen zusammen und können sich austauschen“, sagt Riedl.
Das FSJ richtet sich an junge Menschen bis zum Alter von 27 Jahren.
Die Caritas bietet aber auch Freiwilligendienste für Menschen an, die älter sind: den 𝗕𝘂𝗻𝗱𝗲𝘀𝗳𝗿𝗲𝗶𝘄𝗶𝗹𝗹𝗶𝗴𝗲𝗻𝗱𝗶𝗲𝗻𝘀𝘁 (𝗕𝗙𝗗).
Im Gegensatz zum FSJ lässt sich das BFD zu einem beliebigen Zeitpunkt im Jahr beginnen. „Der BFD richtet sich an junge wie auch ältere Menschen“, sagt Riedl. Bewerben können sich damit auch Berufserfahrene, die sich umorientieren möchten, oder Senioren, die im Rentendasein „einfach nochmal etwas für die Gesellschaft tun möchten“.
