Als Zuhause auf Zeit versteht sich die NOAH-Notunterkunft für Frauen im Caritas Marienheim. Am 1. April feiert sie ersten Geburtstag. Hier stellen wir das Team vor.
„Jahr eins war wild“, sagt Michaela Sigl, Leiterin der NOAH-Notunterkunft für Frauen im Caritas Marienheim, lächelt, wirkt ein wenig stolz. Denn Jahr eins ist geschafft, besser gesagt: Jahr eins ist vollbracht. Die NOAH-Notunterkunft für Frauen hat sich etabliert.
7700 Übernachtungen verzeichnet Michaela Sigl fürs erste Jahr. Das sind 7700 Frauennächte unter einem schützenden Dach. Mehr als 130 Frauen im Alter von 19 bis 84 Jahren wurden seit der Eröffnung aufgenommen.
Dass die Arbeit in der NOAH-Notunterkunft für Frauen so gelingt wie sie gelingt, ist dem gesamten Team zu verdanken, betont Sigl. Anfangs stießen die Mitarbeitenden nahezu täglich auf neue Herausforderungen, im Laufe des Jahres hat jede und jeder seinen Platz und seine Aufgaben gefunden.
Da sind (im Bild von links nach rechts): Julia Wettstein in der Verwaltung, Anika Mrazek als Sozialpädagogin, Reinhard Aumer als Hausmeister, Thu Le Lieu als Betreuungsassistentin, Flutura Alihajdaraj als Sozialpädagogin, Simone Marcuse als Betreuungsassistentin, Alexander Kirchner als Hausmeister und Michaela Sigl als Einrichtungsleiterin.
Michaela Sigl hat sich als Diplom-Sozialpädagogin für die Notunterkunft beworben, weil sie „an der Basis arbeiten wollte“, sagt sie. „Es gefiel mir außerdem, dass das Caritas Marienheim ein neues und mutiges Projekt ist.“ Sie hat schon einmal in einem Modellprojekt gearbeitet, einem Wohnheim für psychisch kranke Mütter und ihre Kinder. Die Tätigkeit dort prägte sie. Nach einigen Bürojahren beim Bezirk Oberpfalz suchte sie daher wieder eine neue sozialpädagogische Herausforderung – und fand das Caritas Marienheim für wohnungslose Frauen.
„Wir geben den Frauen hier ein Zuhause auf Zeit“, sagt Sigl. „Zu uns kann jede jederzeit kommen. Wir sind einfach da.“ Mit Frauen zu arbeiten, „die aus ihrer Sicht ganz unten angelangt sind und ihnen eine Perspektive und eine Chance zu geben“, reizte sie. „Die Frauen laden auch einfach mal ihren Frust bei uns ab. Wir sagen dann: Bleib dran! Wir motivieren im Kleinen und haben immer ein offenes Ohr.“
Der Alltag in der Notunterkunft ist dennoch mitunter aufreibend, klare Regeln und Strukturen geben Halt. Zum Krafttanken schaltet Michaela Sigl ihr Handy am Wochenende und am Feierabend aus. Und sie taucht ab – im konkreten Wortsinn – als Tauchlehrerin. Zurück an Land, öffnet sie Türen für den Neuanfang.
